In den bayrischen Schulferien häufen sich immer wieder die Anfragen für die Hundepension. Auch die Sommerferien sind  die Plätze sind begehrt! Daher dachte ich mir, es wäre an der Zeit für einen neuen Blog-Artikel zu dem Thema “Wie finde ich eine gute Hundepension?” – das ist gar nicht so einfach und sollte nicht bis auf den letzten Drücker hinausgeschoben werden, denn da sind meist die guten Plätze schon vergeben.

Wenn ihr euch auf die Suche macht nach einer geeigneten Pension für euren Hund, solltet ihr euch vorher Gedanken zu eurem Hund machen – sozusagen die Vorbereitungen:

1. Ist mein Hund gut sozialverträglich?

Antwort “JA”: Dein Hund ist für eine Gruppenhaltung geeignet. Das ist toll, so hat dein Hund viel Hundekontakt und ist den ganzen Tag mit Hunden unterwegs.

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Antwort “NEIN”: Ich mag keine Zwingerhaltung, daher empfehle ich für unverträgliche Hunde Zimmerhaltung mit einem Auslauf und Einzelspaziergängen. Mit einem unverträglichen Hund ist es deutlich schwerer eine geeignete Hundepension zu finden. Auch die Kosten sind deutlich höher, das ist verständlich. Suche am Besten in einem großen Umkreis um deinen Wohnort und schaue dir eine in Frage kommende Hundepension ohne deinen Hund an.

Antwort “JEIN”: Dein Hund ist nicht mit allen Hunden verträglich, aber nicht komplett unverträglich. Das bedeutet, er sollte nicht in eine komplette Gruppenhaltung. Hier eignet sich ebenfalls eine Zimmerhaltung mit gemeinsamen Gruppenauslauf. So kann dein Hund in seinen Ruhephasen abschalten, hat aber trotzdem Hundekontakt. Vielleicht würde auch ein Hundepartner passen? Das kann man alles individuell mit der Hundepension abstimmen.

0230232. Hat mein Hund alle notwendigen Impfungen?

Hier heißt es: Impfausweis heraussuchen und checken. In den meisten Hundepensionen ist ein vollständiger Impfschutz erforderlich für die Aufnahme. Dies ist wichtig um ansteckende Krankheiten zu vermeiden. Hunde ohne einen gültigen Impfschutz werden nicht aufgenommen.

3. Ist der Parasitenschutz noch ausreichend?

Jede (gute) Hundepension verlangt eine regelmäßige Entwurmung des Hundes sowie den Schutz gegen Zecken (im Sommer) und Flöhe (ganzjährig). Dies ist wichtig für die Hygiene in der Hundepension und jeder Hundehalter sollte sich daran halten.

4. Wie weit möchte ich fahren für die Hundepension?

Ich habe Kunden, die wohnen gleich um die Ecke und ich habe Kunden, die reisen über eine Stunde an für die Pension Ihres Hundes. Du musst selbst entscheiden, wie weit du für deinen Hund fahren magst. Je öfter du mit deinem Hund im Vorfeld die Hundepension besuchen möchtest, desto näher sollte sie sein.

5. Alles ok mit der Hundehalterhaftpflichtversicherung?

Die Hundehalterhaftpflichtversicherung ist neben den Impfungen und der Parasitenvorsage Pflicht. Eine Kopie der Versicherung muss bei Anmeldung des Hundes mit abgegeben werden. Es ist ganz normal, dass eine Hundepension nicht an Schäden für das Mobiliär und an Dritten haftet. Dafür haftest du als Hundehalter. Ein gewerblich tätiger Hundesitter hat eine Betriebshaftpflichtversicherung.

Wenn diese Punkte abgearbeitet werden, geht es auf die Suche. Was solltet ihr beachten – das geht schon vor dem 1. Treffen:

1. Ist die Hundepension abgenommen nach §11?

Das ist ganz wichtig. Fragt nach, wenn auf der Internetseite nichts steht. Ihr könnt auch bei eurem Veterinäramt nachfragen, welche Hundepensionen in eurem Umkreis abgenommen sind.

2. Welche Referenzen hat der Hundesitter?

Hat der Hundesitter eine Ausbildung im Bereich “Hundebetreuung / Hundetraining”? Zum Beispiel  die von mir selbst 😉 Wenn die Ausbildung schon einige Jahre zurück liegt, schaut, ob der Hundesitter regelmäßig Seminare besucht hat um weiterhin auf dem neuesten Stand zu bleiben. Mir ist hier die Richtung der positiven Verstärkung sehr wichtig. Auch ein 1. Hilfe Kurs oder Ähnliches sollte der Hundesitter besucht haben um im Notfall deinem Hund helfen zu können.

3. Wie viele Hunde werden aufgenommen?

Gruppenhaltung ist super für die Hunde! Aber ab 20 Hunden wird es unübersichtlich und oft stressig für die Hunde. Die Hundeanzahl kommt natürlich auch auf die Räumlichkeiten an und auf die Außenfläche. Je größer alles ist, umso mehr Hunde können aufgenommen werden. Werden die Hunde dann in kleinen Gruppen gehalten, dann ist alles super. Für jeden Hund sollte während seinem Urlaub genügend Zeit sein.

4. Wie ist der Tagesablauf in der Hundepension?

Und passt dieser Tagesablauf auf meinen Hund? Viele Hunde können sich schnell umgewöhnen und haben keine Probleme mit einem geänderten Tagesablauf. Aber ein Hund, der nicht alleine bleiben kann, sollte nicht auf einmal 4 Stunden alleine sein müssen. Auch brauchen die Hunde genügend Ruhephasen zum Schlafen, Dösen und Erholen. Die Spaziergänge wiederum sollten ebenfalls nicht zu kurz kommen. Dabei sollte auf jedes Alter eingegangen werden – das ist manchmal gar nicht so einfach! Alte Hunde trödeln gerne langsam vor sich hin, junge Hunde sind spritzig und voller Elan. Solche Altersunterschiede können für die Entwicklung der Hunde sehr förderlich sein – sie lernen Rücksichtnahme!

Wenn dir eine Hundepension gefällt, dann vereinbare einen Termin und schau sie dir an. Je nach Pension zuerst ohne Hund oder gleich mit Hund – das muss jeder Hundehalter selbst entscheiden. Viele Hundesitter laden zu einem Spaziergang ein um zu schauen, ob die Chemie zwischen den Hunden stimmt. Bei diesem ersten Kennenlerntermin kann alles Wichtige besprochen werden. Der Hundesitter sollte Interesse an deinem Hund haben und dich “mit Fragen löchern”. Je mehr er wissen möchte, umso besser! Alle Charaktereigenschaften und Eigenheiten deines Hundes solltet ihr besprechen. Sagt es dir zu, vereinbare einen Probeaufenthalt für deinen Hund oder einen 2. Gassitermin, wenn dein Hund noch etwas Zeit zum Auftauen braucht.

Vor der Abgabe deines Hundes:

– Packe die Sachen deines Hundes:
* Decke / Körbchen
* T-Shirt von dir (getragen)
* gewohntes Futter in ausreichender Menge (lieber zu viel als zu wenig)
* Knabbereien und Leckerlies
* Geschirr (oder Halsband), Leine und evtl. Schleppleine
* Futternapf
* Medikamente (wenn erforderlich)
* Spielzeug
* Bürste
* Mantel

Fülle den Anmeldebogen der Hundepension aus
* Gib die Adresse deines Tierarztes an – für den Fall der Fälle!
* Gib einen Notfallkontakt an. Dies ist bei allen Hundepensionen meist Pflicht.
* Gib eine Telefonnummer an, mit der du auch im Urlaub in einer Notsituation erreichbar bist.
* Schreibe eine Anleitung für die Fütterung & Medikamentengabe für deinen Hund.

– Begleiche die Rechnung per Banküberweisung / bar (je nach Vereinbarung).

Der Abschied sollte kurz und schmerzlos sein ohne großes Tamtam. Das verwirrt den Hund nur und macht es schwieriger für ihn. Genieße deinen Urlaub ohne deinen Hund und hab kein schlechtes Gewissen – deinem Hund geht es in den allermeisten Fällen sehr, sehr gut! Jeder Hundesitter versteht es, dass sich der Hundehalter Sorgen um seinen Liebling macht und wird auf deine Anrufe / SMS / E-Mails antworten. Oft werden Bilder veröffentlicht und mildern damit ein wenig die Sehnsucht nach deinem Hund.

Ich nehme sehr gern Hunde in Pension. Ich habe eine sehr kleine Gruppe von max. 4 Hunden, allerdings passt auch bei mir nicht jeder Hund rein.

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