Julia nimmt gerade an der laufenden Sanny’s Dogwalker Ausbildung teil und arbeitet bereits als Dogwalkerin in Köln – ihr Unternehmen heißt: hundewegs. Sie hat unter anderem an dem Sachkundelehrgang Hundehaltung an der Kölner Hundeakademie teilgenommen und teilt ihre gewonnene Erfahrung mit uns.

Julias Bericht

Im Dezember 2017 hatte ich die Nase voll von meinem alten Job und machte Nägel mit Köpfen: Schritt für Schritt den Weg in Richtung Selbständigkeit in der Hundebetreuung zu gehen.Als Erstes meldete ich mich für Annes Dogwalkerausbildung an. Um dann so schnell wie möglich nur von der Hundebetreuung leben zu können, wollte ich über das Dogwalking hinaus – zumindest am Anfang – ein breiteres Sortiment an Dienstleistungen anbieten.
Es kam also auch Hundetagesbetreuung und -pension dazu. Für die stationäre Hundebetreuung braucht man in NRW den Sachkundelehrgang auch bekannt als Pensions 11er.

Die Prüfung dazu kann man in Köln nicht beim Veterinäramt direkt machen, sondern nur durch externe Anbieter. Das gab und gibt es in Kombination mit dem vorbereitenden Lehrgang zum Beispiel bei der Kölner Hunde-Akademie.

Der nächstmögliche Termin dafür war komplett ausgebucht, ich musste bis Juni 2018 warten.
Der Kurs dauerte dann vier Tage, am letzten gab es die Prüfung unter Aufsicht eines amtlichen Tierarztes.
Unter den ca. 50 Teilnehmern war ein bunte Mischung aus Züchtern, Menschen, die für den Tierschutz oder Tierheime arbeiten und angehenden Pensionsbetreibern wie ich.

Hundebetreuung, Sachkundelehrgang

Die Themen

Verhalten/Haltung: Domestikation, Ausdrucksverhalten und Körpersprache; Sozialisation; Bedürfnisse und Haltung; RassekundeFütterung: Grundlagen der Ernährung, Futtermittel, Rationszusammenstellung, Besonderheiten in Zucht und Aufzucht, fütterungsbedingte Krankheiten

Gesundheit: Beurteilung des Gesundheitszustands; Erste Hilfe am Hund; Kreislauf, Atmungssystem; Impfungen, Parasitenbekämpfung

Fortpflanzung: Zyklus der Hündin, Zykluskontrolle, Festlegung Deckzeitpunkt, Deckakt, Trächtigkeitsuntersuchungen, Anzeichen der Geburt, Überwachungsmöglichkeiten, Vorbereitung und Utensilien für die Geburt; Geburtshilfe, Versorgung von Hündin und Welpen nach der Geburt, Trächtigkeits- und Geburtsstörungen, Notfallversorgung, Ontogenese, Grundlagen Genetik, Verantwortung in der Zucht, Kastration

Lernverhalten: Wie Hunde lernen; Umgang mit dem Hund, Probleme, Über- / Unterforderung

Gewerbsmäßige Hundehaltung: bauliche Voraussetzungen und Möglichkeiten, Abmessungen und Einrichtungen, Hygiene, Gruppenzusammenstellung, Auslauf

Hygiene in der Hundehaltung

Rechtskunde: Tierschutzgesetz, Tierschutzhundeverordnung, Landeshundegesetz NRW, Haftungsfragen

Auslandstierschutz / Verbringen innerhalb der EU: Rechtsgrundlagen zum Transport von Tieren, HundVerbrEinfG, TRACES, Transporte von Heimtieren in der EU und in oder aus Drittländern, Transportpraxis

Ein sportliches Programm, aber das Skript lag ausgedruckt vor und die Themen wurden von unterschiedlichen Experten sehr kompetent vorgetragen, die dann auch für Fragen zur Verfügung standen.

Die Prüfung bestand aus einem ca. 60 Fragen umfassenden Multiple Choice Test und dafür hatten wir, wenn ich mich richtig erinnere, 90 Minuten Zeit. 20 Prozent der Fragen durften falsch beantwortet sein – es war also wirklich machbar, auch wenn man mit einigen Themen Schwierigkeiten hatte.

Das Ergebnis vom Test erfuhr ich ca. eine Woche später. Das Zeugnis wiederum musste ich mit meinem Antrag für die Eröffnung einer Pension zum Veterinäramt schicken.
Eigene Hunde können beim Lehrgang nicht mitgebracht werden.

Kosten Sachkundelehrgang (Stand 2018)

Kursbeitrag inkl. Unterrichtsmaterial: 335 €
Prüfungsgebühr inkl. Zertifikat: 35 €

Insgesamt hat sich der Aufwand für mich recht schnell gelohnt. Denn gerade in Ferienzeiten, wenn die Leute selber in den Urlaub fahren und ihre regelmäßige Hundebetreuung nicht brauchen, gibt es schon mal eine Flaute im Dogwalking. Dieses Umsatzloch können dann wiederum andere stopfen, die eine Urlaubsbetreuung für ihren Hund brauchen.

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