Dieser Beitrag “Gründungszuschuss für Dogwalker” wurde von Adelia Rentschler, LuDogs (Dogwalking in Ludwigshafen) geschrieben. Ich selbst habe damit keine Erfahrung und freue mich sehr, dass jemand Anderes seine Erfahrungen für andere Dogwalker zur Verfügung stellt.

Da es für den einen oder anderen angehenden Dogwalker interessant ist, möchte ich euch davon berichten, wie ich vorgegangen bin, als ich den Gründungszuschuss vom Arbeitsamt für meine Selbstständigkeit als Dogwalkerin beantragt habe.

Was ist überhaupt ein Gründungszuschuss Für Dogwalker?

Der Staat ist daran interessiert, so viele Menschen wie möglich wieder in eine volle Beschäftigung zu bringen. Bei dem Einen oder Anderen bietet sich aber an, eine selbstständige Tätigkeit aufzunehmen. Hier KANN das Arbeitsamt finanzielle Unterstützung anbieten.

Bei dieser Unterstützung erhält man sechs Monate lang den Betrag an Arbeitslosengeld, auf dem man Anspruch gehabt hätte, wenn man noch auf Jobsuche gewesen wäre. Dazu kommen noch 300,- EUR für den Beitrag an die Krankenversicherung.

Hier kommt schon der erste wichtige Hinweis: Das Arbeitsamt entscheidet individuell, ob man den Zuschuss bekommt oder nicht. Ein Anspruch besteht leider nicht. Daher ist es für alle ratsam den Antrag auf Gründungszuschuss auf alle Fälle zu stellen.

Wie läuft es in der Theorie Beim Gründungszuschuss für Dogwalker ab?

Das möchte ich euch an meinem Beispiel näher bringen, denn ich habe für meine Selbstständigkeit als Dogwalkerin den Gründungszuschuss beantragt und bewilligt bekommen.

Wenn ihr euch entschieden habt, den Weg als selbstständiger Dogwalker in Angriff zu nehmen und kündigt bei eurem aktuellen Arbeitgeber, dann ist der nächste Gang der zum Arbeitsamt. Dort müsst ihr euch arbeitslos und arbeitssuchend melden. Erst dann fallt ihr überhaupt in die Gruppe der Menschen, die einen Anspruch auf den Zuschuss bekommen können. Der Gründungszuschuss ist also nur eine Möglichkeit, wenn ihr zuvor in einem Angestelltenverhältnis gearbeitet habt.

Da ihr natürlich eigenständig gekündigt habt, seid ihr erst einmal ca. 3 Monate „gesperrt“. Das bedeutet, das Arbeitsamt zahlt euch kein Arbeitslosengeld. Das gilt nicht, wenn ihr gekündigt wurdet und euch daraufhin für die Selbstständigkeit als Hundesitter entscheidet.

Es ist wichtig in dieser Zeit Rücklagen zu haben, um natürlich die anfallenden Kosten weiter abdecken zu können. Aber diese sollte man ohnehin haben, wenn man eine Selbstständigkeit aufnimmt.

In der Zeit wurde ich von meiner Sachbearbeiterin eingeladen und sie wollte mir natürlich zeigen, wo ich eingesetzt werden könnte. Da ich in meinem alten Job nicht mehr tätig sein wollte, habe ich ihr begründet wieso und ihr erzählt, dass ich lieber einen eigenen Weg gehen wollte und welchen.

Selbstständigkeit darf nur nebenberuflich ausgeführt werden

Hierzu noch ein wichtiger Hinweis: Meine selbstständige Tätigkeit habe ich zu dem Zeitpunkt nur als nebenberuflich angemeldet! Wenn ihr es gleich in Vollzeit anmeldet, verfällt euer Anspruch auf Förderung!

Zu dem Zeitpunkt habe ich aus ihrer Sicht als sehr gut vermittelbar gegolten, weswegen sie mir keine Hoffnung auf den Zuschuss gemacht hat. Ich habe mich davon nicht entmutigen lassen und habe die Sperrzeiten dazu genutzt, um neue Kunden zu gewinnen und mich so aufzustellen, dass ich los legen kann. Ich habe für mich entschieden, dass das Arbeitsamt mir aktuell nichts zahlt und somit kann ich tun und lassen was ich will.

Nachdem meine Sperrzeit vorbei war, kam die nächste Einladung um meine Bewerbungen zu besprechen, allerdings hatte ich gar keine Bewerbungen geschrieben, denn ich wollte ja etwas ganz Anderes. (ihr wisst ja, meine Selbstständigkeit als Dogwalkerin) Daher habe ich meine Sachbearbeiterin angeschrieben und ihr gesagt, dass ich zum 01.05.2019 meine Tätigkeit in Vollzeit aufnehmen werde.

Für den Gründungszuschuss für Dogwalker muss man mindestens einen Tag Anspruch auf Arbeitslosengeld haben

Warum zum 01.05.? Weil ich so im April (nach meiner Sperrzeit und vor der vollen Selbstständigkeit) Anspruch auf Arbeitslosengeld hatte! Das ist der nächste Hinweis, ihr müsst mindestens einen Tag Anspruch auf Geld haben, sonst gibt es keine Förderung.

Meine Sachbearbeiterin war dann überzeugt, dass ich diesen Weg wirklich gehen will und hat mich von sich aus auf die Förderung angesprochen. Sie wollte Unterlagen.

Man erhält vom Arbeitsamt einen Antrag, den man selbst ausfüllt und ergänzend dazu muss man sich jemanden suchen, der das Vorhaben prüft und für sinnvoll erachtet. In meinem Fall habe ich das mit meiner Steuerberaterin gemacht.

Das Amt möchte eine Aufstellung der zu erwartenden Umsätze, abzüglich aller Kosten und was unterm Strich übrig bleibt. Natürlich nicht nur, wie es im ersten Monat aussieht sondern auch wie es sich entwickelt. Hier hat mir meine Steuerberaterin super geholfen. Sie kennen sich am besten mit den Zahlen aus und dem, was das Arbeitsamt für sinnvoll erachtet. Natürlich wollte das Amt eine Aufstellung der Auftragslage haben, welche Anschaffungen getätigt werden müssen (meine Anschaffungen hatte ich ja schon getan, das sah noch besser aus), wie in etwa meine Ausgaben aussehen (um zu wissen, warum ich denn das Geld benötige) eine Beschreibung meiner Tätigkeit und welche Potenziale ich erkenne. Also in wenigen Worten: Das Arbeitsamt wollte einen Businessplan. Davor muss man aber keine Angst haben.

Ergänzt habe ich die Unterlagen mit meinen Weiterbildungen, als Nachweis, dass ich weiß, was ich mit den Hunden mache und dass ich weiß, wie ich ein Unternehmen führen kann.

Wichtig zu wissen ist: Der Antrag muss zeitnah bearbeitet werden und VOR Beginn der Selbstständigkeit in Vollzeit. Zeitnah ist allerdings nicht genau definiert, weswegen ihr eure Unterlagen am besten zügig vorbereitet und einreicht. Dann ist das keine Stolperfalle.

Danach heißt es warten. Es kann sein, dass ihr was bekommt – muss aber nicht.

Da es aber gerade am Anfang eine große finanzielle Unterstützung ist, würde ich es auf alle Fälle probieren! Ich habe den Gründungszuschuss bewilligt bekommen und konnte so ab Mai 2019 in die volle Selbstständigkeit als Dogwalkerin starten.

Ich wünsche euch viel Erfolg!

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